Untergrundbedingte Risse können durch hygrisch und/oder thermisch bedingte Volumenänderungen des Untergrundes (z. B. durchfeuchtete Holzwolle-Leichtbauplatten), durch Materialwechsel im Untergrund infolge unterschiedlicher Baustoffe (z. B. Ziegel, Naturstein, Beton), die ein unterschiedliches Saug-, Quell- und Schwindverhalten sowie unterschiedliche thermische Eigenschaften aufweisen sowie durch Unebenheiten des Untergrundes, die zu sprunghaften Putzdickenänderungen führen (z. B. nicht ausreichend vermörtelte breite Fugen) verursacht werden.
Bei Kerbrissen handelt es sich um diagonal, von Maueröffnungen ausgehende Risse. Die Schadensursache liegt darin, dass in diesen Bauteilbereichen eine Unterbrechung des Mauerwerkes (z. B. Fenster und Türen) stattfindet. Bei thermischen und/oder hygrischen Längenänderungen der gesamten Bauwerkskonstruktion kommt es in diesem Bereich zu anderen Verformungen (Scherspannungen), so dass diagonal verlaufende Risse in der Putzschale verursacht werden.
Bei Fugenrissen handelt es sich um Risse, die sich in den Lager- und Stoßfugen abzeichnen. Hierbei können sich genau die Maße der Mauersteine abzeichnen. Sie zeichnen sich vor allem auf hoch wärmedämmenden Mauerwerken (z. B. porosierte Ziegel, Leichtbeton- oder Porenbetonsteinen, Blähton- oder Bimshohlblocksteinen) ab. Die Rissbreiten liegen etwa zwischen 0,05 und 0,15 mm. Das größte Problem ist, dass sich häufig Fugenrisse mit bauwerksbedingten Rissen überlagern, so dass die Ursache nicht eindeutig zugeordnet werden kann.
Neben den sog. Stein-Putz-Rissen, insbesondere bei großformatigen und hoch wärmedämmenden Mauersteinen, gehören Risse im Bereich der Plattenstöße von großformatigen, zementgebundenen Platten oder Holzwerkstoffplatten, Kerbrisse an Ecken und Öffnungen, Risse im Bereich von Materialwechseln im Untergrund, Verwölbungen bei nicht ausreichend verklebten Dämmplatten sowie Höhenversatz oder offene Fugen bei benachbarten Dämmplatten zu den häufigsten Vertretern.
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