Qualifikation + Betriebsführung

Risikoprüfung betreffs Versicherungen

Risikoprüfung betreffs Versicherungen

Werden wegen der Kapitalmarktkrise die Prämien teurer?

In den Schlagzeilen dominieren seit Monaten die Probleme, mit denen viele Banken zu kämpfen haben sowie die „Talfahrt“ der sogenannten Realwirtschaft.

Allen verbalen Beschwichtigungen und finanziellen Rettungsschirmen zum Trotz scheint die Lage insgesamt doch etwas kritischer zu sein, als uns die Politik vorgaukelt. Eines aber erstaunt: Um die Versicherungswirtschaft ist es erstaunlicherweise relativ still, sieht man von Einzelfällen ab. Ganz anders als in den USA, wo der Staat bereits in Branchen führende Unternehmen einsteigen musste. Versteht es unsere Versicherungsbranche nur, sich aus den Schlagzeilen herauszuhalten oder ist ihre Lage tatsächlich beruhigend?

Versicherungsbranche ist unterschiedlich betroffen

Weil sich die Anlagepolitik von Sach- und Lebensversicherern deutlich unterscheidet, stellt sich deren jeweilige Situation in Bezug auf Investments in die unheilvollen „finanziellen Massenvernichtungswaffen“ unterschiedlich dar. Laut GDV-Statistik (Gesamtverband der Versicherungswirtschaft) hielten die Schadensversicherer nur 3,1 Prozent ihrer Kapitalanlagen in Aktien und alternativen Investments. Hingegen lag diese Quote bei den Lebensversicherern wegen der Renditeorientierung (und -Erwartung von den Versicherungsnehmern!) mit 8,5 Prozent deutlich höher.

Dennoch kam es auch hier zu keinen gravierenden, aber doch spürbaren Auswirkungen. Ob es dabei bleibt, hängt von der Marktsituation ab. Auf einem umkämpften Markt und mit einem Polster solider Kapitalreserven kämpfen die Versicherer weiterhin kräftig um Marktanteile – dieser Wettbewerb sorgt für günstige Prämien. Ein heftiger Wind weht allerdings aus Richtung der Rückversicherer, die unbeschadet der Finanzkrise mit weltweiten Schadensfällen aus Umweltbelangen und Klimawandel konfrontiert sind. Marktführer wie die Münchener Rück, stellen angeblich Überlegungen an, die Gunst der (Krisen-)Stunde zu nutzen, um zweistellige Prämiensteigerungen durchzusetzen, die natürlich auf die Erstversicherer und von dort auf die Versicherungskundschaft durchschlagen.

Langlaufende Verträge sind von Vorteil

Wie lässt sich dieses Risiko mindern? Versicherungskunden sollten die derzeit meist noch günstigen Prämienkonditionen für den Abschluss von langfristigen Verträgen nutzen – oder gegebenenfalls Verträge vorzeitig verlängern. Natürlich sollte man zuvor, wie bei jedem Versicherungsgeschäft, die Lage und Leistungskraft des Versicherers ebenso sorgfältig prüfen wie die Leistungszusagen und sonstigen Modalitäten des betreffenden Vertrages. Kritisches Verbraucherverhalten ist in jedem Falle angebracht, denn wenn es die Versicherer wirklich treffen sollte, nützen auch die besten Beziehungen zu Versicherungsagenturen und Vermittlern nichts. Vielleicht könnte es sogar angebracht sein, das eine oder andere Risiko anders zu bewerten als bisher und das Risikomanagement insgesamt umzuorientieren …

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