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MyHammer, blauarbeit und Co.:

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Was hat das Bauhandwerk davon?

Wie heißt es doch schön: „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Was aber geschieht, wenn immer mehr Wettbewerber um den gleichen Kuchen kämpfen? Oder Konkurrenz entsteht, die früher es kaum oder gar nicht gab? Tatsache ist: Ohne Voraussicht und eigene Gegenmaßnahmen wird das Bauhandwerk in seinem Markt weiterhin an Boden verlieren.

Das zurückliegende Jahrzehnt hat das Preisgefüge für Handwerksleistungen enorm unter Druck gesetzt: erst die Aufhebung des Rabattgesetzes, dann der Wegfall der Meisterpflicht in 53 Handwerksberufen plus das zeitgleiche Aufkommen der Internet-Portale für Dienst- und Handwerksleistungen. Aber anders als bei „eBay“ – dem bekanntesten Internet-Portal – funktionieren die Handwerker-Portale als sogenannte Rückwärts-Auktionen. Hier erhält nicht das höchste Gebot den Zuschlag, sondern der vom Kunden vorgegebene Startpreis soll vom Auftragnehmer möglichst stark unterboten werden. Zwar betonten die besagten Handwerker-Portale immer wieder, es ginge ihnen nicht um einen Discount-Wettbewerb, sondern die Qualität der Leistung sei auch wichtig.

Kostet Arbeit zu viel?

Um die Ernsthaftigkeit dieser Behauptungen zu prüfen, sollte man sich zwei Tatsachen näher ansehen. Erstens die Eigenwerbung dieser Portale und zweitens die im Internet leicht auffindbare Diskussion über die einzelnen Portale. So kommt man leicht zu einer verlässlichen Einschätzung über den Sinn und Zweck dieser Veranstaltungen. Auffällig an der Selbstauslobung dieser Portale ist der gebetsmühlenhafte Gebrauch von drei Wörtern: weniger, günstiger, billiger. Dagegen wäre prinzipiell nichts einzuwenden, wenn es nicht eine Fülle von Beispielen gäbe, bei denen die geforderte Leistung und der angebotene Preis in einem absurden Verhältnis zueinander stehen.

Konkret: Die Handwerksleistungen (oft inklusive Anfahrt und Material) werden deutlich unter 10, wenn nicht unter 5 Euro pro Stunde vergütet. Selbst für den „werkstattlosen“ Gesellen und andere – wie auch immer qualifizierte – Einzelkämpfer grenzen solche Stundensätze an reine Selbstausbeutung. Daran ändern auch die von den Handwerker-Portalen ins Spiel gebrachten Testbewertungen nichts, da diese sich nie mit der Angemessenheit der Preisbildung auseinandersetzen.

Die Abwärtsspirale ist im Gang

Wer als Bauherr oder Mieter dann eine marktübliche Handwerkerstunde zwischen 45 bis 50 Euro dagegenrechnet, „übersieht“ natürlich gerne, aus welchen Kosten sich dieser Verrechnungssatz zusammensetzt – Löhne, Lohnnebenkosten, Gemeinkosten plus gesetzliche Mehrwertsteuer.

Kurz: Was die Preiskonkurrenz der Handwerker-Portale in der Kundenwahrnehmung mittelfristig bewirkt, ist durchaus dramatisch. Denn die rechnerische Spanne zwischen z. B. 10 und 45 Euro wird mehr und mehr zum normalen Verhandlungsspielraum umfunktioniert. Dadurch rutscht automatisch die Preisschwelle nach unten – also die Angebotshöhe, die der Kunde noch zu zahlen bereit ist.

Und die Frage, wie sich „Hauptsache billig“ auf Qualität reimt, wird in der Entscheidungsphase ohnehin gerne ausgeblendet. Denn das Erwachen über Qualitätsmängel oder offensichtlichen Pfusch folgt ja immer erst hinterher. So häufen sich mittlerweile im Internet die Kundenstimmen, die sich über ihre Enttäuschung am vermeintlichen Schnäppchenangebot auslassen. Was nämlich bei der Abnahme noch korrekt aussah, entpuppte sich wenig später als handfester Murks: üppige Risse im Neuverputz, blätternde Farben, Fliesen, die nicht an der Wand haften und so weiter und so fort.

Und: Dieser Ärger über ein mangelhaftes Ergebnis „begleitet“ den Bauherren je nach Auftragshöhe über viele Jahre.

Das Internet ist für alle da

Dass es in Deutschland keine Qualitätsarbeit zu Dumpingpreisen geben kann, sollte eigentlich für jedermann nachvollziehbar sein. Für diese Art von Aufklärungsarbeit gibt es ja ein ganzes Bündel an – durch Mitgliedsbeiträge finanzierte – Interessenvertretungen: Bundes- und Landesverbände, Handwerkskammern, Innungen etc. Wo aber bleibt deren vereinte Stimme im Internet, die sich bei den Bauherren und Investoren für den Qualitätsmarkt des regulären Handwerks stark macht?

Da sollte der entsprechende interne Druck der zahlenden Mitglieder aus dem Bauhandwerk zuerst ansetzen. Und parallel dazu ist es genauso unumgänglich, dass jeder Handwerksbetrieb das Internet für sich zum wirkungsvollen Instrument macht. Worauf dabei geachtet werden muss, ist das Thema eines Folgeartikels.

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