Wohnungsbau + Nichtwohnungsbau

Aktuell: Verhaltene Aussichten

Aktuell: Verhaltene Aussichten

Baubetriebe erwarten für 2009 bestenfalls Stagnation

„Das Umsatzvolumen dürfte in diesem Jahr um 4,5 % auf 84,3 Mrd. € zunehmen. Wachstumsbeiträge kommen dabei aus dem Wirtschaftsbau mit + 9 % und aus dem öffentlichen Bau mit + 7 %. Im Wohnungsbau ist ein Umsatzrückgang um 3,5 % zu erwarten.

Trotz dieser positiven Umsatzzahlen wird 2008 kein tatsächlich gutes Jahr für unsere Betriebe sein.“ Diese Einschätzung zur Baukonjunktur 2008 gab Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) am 6.11.2008 in Berlin bekannt. Seine Einschätzung begründet er wie folgt: „Setzt man die Kostensteigerungen in Relation zu den Umsatzzuwächsen, so wird deutlich, dass die höheren Umsätze nicht aus mehr Bauten resultieren und somit auch keine höheren Gewinne und Renditen bewirken.“ Die Auftragseingänge weisen per August 2008 mit nahezu 34 Mrd. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum nominal ein Plus von 3,3 % und real einen Rückgang um 0,6 % aus. Für gewerbliche Bauten erhöhte sich das Auftragsvolumen nominal von 14,6 Mrd. € in 2007 auf 15,1 6 Mrd. € in diesem Jahr, also um 3,4 %. Die öffentlichen Auftraggeber erhöhten ihr Vergabevolumen binnen Jahresfrist von 13,2 Mrd. € auf 14 Mrd. €, das bedeutet eine Steigerung von 6,1 %. Dagegen nahm die Nachfrage im Wohnungsbau von 5,1 Mrd. € auf 4,8 Mrd. € ab, das entspricht einem Rückgang von 5,9 %.

Die Bauleistung, gemessen an der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, hat während dieser 8 Monate insgesamt um 2,9 % abgenommen. Bezogen auf die Bausparten ist der Produktionsrückgang im Wohnungsbau mit – 8,5 % sehr ausgeprägt. Hingegen ist im öffentlichen Bau der Abstand zur Vorjahrsgröße mit –1,4 % vergleichsweise gering. Einzig im gewerblichen Bau nahm die Produktion um 2,8 % zu. Das hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigung. Im August 2008 waren knapp 708.000 Personen im Bauhauptgewerbe beschäftigt. Das waren etwa 22.000 Beschäftigte, also 3,1 %, weniger als im Vorjahresmonat. Die Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe zeigt bis einschließlich August ein vorläufiges Plus von 5,7 %. Von den Bausparten schließt derzeit nur der Wohnungsbau mit -2,3 % negativ ab. Im gewerblichen Bau liegt der Zuwachs mit + 10,6 % ebenso wie im öffentlichen Bau mit + 8,1 % klar im positiven Bereich.

Konjunkturpaket vergrößert Auftragsvolumen

Auch für 2009 erwartet das deutsche Baugewerbe keine grundlegende Änderung der Situation. Angesichts eines prognostizierten Volumens der gesamtwirtschaftlichen Bauinvestitionen von nominal 255,4 Mrd. € ist bestenfalls von einer Stagnation des Umsatzes auf dem erreichten Niveau auszugehen. Für diese Einschätzung sprechen ein vergleichsweise hoher Bestand an Genehmigungen für gewerbliche Bauten, ein mit diesem Jahr vergleichbares Volumen an Steuereinnahmen, ein nahezu stabiles Genehmigungsvolumen für neue Wohngebäude sowie die anhaltend umfangreichen Baumaßnahmen zur energetischen Sanierung bestehender Wohngebäude. Überdies könnten sich für diese Sanierungsmaßnahmen die Rahmenbedingungen sogar noch verbessern, wenn die Finanzierungserweiterungen des Konjunkturpakets greifen.
Ob hierzu erst einmal eine erneute Stützung der bereits mehrfach gestützten KfW erforderlich wird, ist nicht auszuschließen. Parallel zur Botschaft des ZDB bestätigte nämlich ein Bankensprecher eine Zeitungsmeldung, wonach die staatseigene KfW ausgerechnet im Finanzkrisenherd Island mehrere hundert Millionen Euro investiert und taumelnden Banken des Inselstaates Darlehen gewährt hat. Die KfW lasse in der Finanzkrise keinen Fettnapf aus, kommentierte der FDP-Politiker Frank Schäffler die Situation – mit dem berechtigten Hinweis, dass die KfW nicht Unternehmen in Island zu fördern habe, sondern den Mittelstand in Deutschland. Weil er damit erneut für das Unvermögen der politisch beaufsichtigten Nietenbanker blechen darf, dürfte der deutsche Steuerzahler dem nichts hinzuzufügen haben…

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