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Wohnungsnot ante portas

Wohnungsnot ante portas

Deutschland braucht jährlich 400.000 neue Wohnungen

Eine Prognose, die weitsichtige Statistiker schon vor Jahren erstellt haben, die aber an der Politik bislang ungehört abprallte, ist durch aktuelle Untersuchungen belegt: Die aktuelle Studie „Wohnungsmangel in Deutschland?” des Eduard Pestel Instituts kommt zum Ergebnis, dass bis zum Jahr 2025 pro Jahr bundesweit rund 400.000 Wohnungen neu erstellt werden müssen.

Hinter dieser Forderung liegen wir indes meilenweit zurück. Im letzten Jahr wurden nicht einmal 200.000 Wohnungen fertiggestellt. Die Folgen der zunehmenden Wohnraumknappheit bekommen Menschen in Ballungsräumen wie München, Stuttgart, Köln oder Hamburg bereits zu spüren: kaum bezahlbare Mieten, soziale Spannungen und keine zeitgemäßen, also barrierefreien Wohnungen für die zunehmende ältere Bevölkerung. Der publizierte Gesamtbedarf ergibt sich aus dem Bevölkerungswachstum und den zahlenmäßigen Veränderungen der Haushalte. Ein Grundproblem ist, dass nicht sanierungsfähige Wohnungen zurückgebaut und neu hergestellt werden müssen. Das betrifft vor allem viele Nachkriegsbauten bis in die 1970er Jahre hinein. Die Wohnungswirtschaft geht davon aus, dass davon bei 20 Prozent eine Sanierung und Modernisierung nicht sinnvoll erscheint.

Wohnungsleerstand geht deutlich zurück

Eine zweite Untersuchung belegt den Rückgang des Wohnungsleerstandes in den Städten. Basis für diese Auswertung sind anonymisierte Heizkostenabrechnungen, die das Unternehmen Techem von rund 2,1 Millionen Geschosswohnungen erstellt hat und aus denen die Beratungsfirma empirica einen regionalen Leerstandsindex errechnete. Techem ist Marktführer bei der Verbrauchserfassung und Abrechnung von Energie und Wasser und besitzt deshalb umfangreiches Datenmaterial über die Vermietungssituation auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Im Jahr 2007 standen demnach 3,7 Prozent der Geschosswohnungen leer (Vorjahr vier Prozent) – davon 2,4 Prozent in den Städten im Westen, 5,6 Prozent in den Städten im Osten inklusive Berlin. Im Jahr 2005 hatten die Werte im Westen bei 2,5, im Osten bei 6,9 Prozent gelegen und die Tendenz in den Städten ist weiter fallend.

Die Wohnungspolitik bedarf dringend der Anpassung

Was also ist zu tun? Angesichts der auseinanderdriftenden Zahlen zwischen Bedarf und Baustatistik müssen die Verantwortlichen in der Politik und in den Verwaltungen zunächst dringend dieses Manko erkennen. Mehrere Wirtschaftsverbände sehen die Politik in der Pflicht, den Wohnungsbau möglichst schnell durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zu beleben. Sie schlagen deshalb eine Verbesserung der steuerlichen Abschreibungsbedingungen für Wohngebäude vor und verlangen, die Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen von der Einkommenssteuer auszudehnen und entsprechende KfW-Programme zu erweitern. Auch muss die Attraktivität von Wohnraum als Anlageform gestärkt werden, fordert der BFW (Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.) – und schlägt im Rahmen des Konjunkturpakets II der Bundesregierung die Wiedereinführung einer degressiven AfA für energieeffiziente und altersgerechte Gebäude vor.

Darüber hinaus könnte eine Zuschusslösung in Höhe von 4.500 Euro, befristet bis 2010, für jeden der ein Eigenheim neu errichtet oder anschafft ein wichtiger Beitrag sein, um Bürger beim Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen. Schließlich „bürgen“ diese Leute ja auch für die Schutzschirme, die mitunter eher wild rotierenden Gießkannen gleichen und aus denen sich eine vielfach nicht nachvollziehbare Unterstützung für all jene „Profitexperten“ speist, die diese ganze Misere verursacht haben – ohne jegliches Risiko, für die skrupellosen Geschäfte jemals in Regress genommen zu werden. Es gibt übrigens dieses Jahr Möglichkeiten, das Engagement der Verantwortlichen zu hinterfragen – im Herbst sind Bundestagswahlen, konfrontieren Sie die Kandidaten mit den Fakten …

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